Microsoft Clarity und die DSGVO
Ohne Einwilligung nicht zu betreiben. Kostenlos, weil Microsoft die Daten selbst verwendet — und genau das gehört in die Aufklärung.
- Anbieter: Microsoft Corporation
- Zweck: Aufzeichnung von Sitzungen und Heatmaps
- Setzt Cookies: ja
- Einwilligung nötig: ja
Was übertragen wird#
- IP-Adresse
- Bewegungs- und Klickverlauf
- Bildschirminhalte
Wie bei jeder Sitzungsaufzeichnung reicht die Reichweite über das hinaus, was für eine Reichweitenmessung nötig wäre. Dass der Dienst nichts kostet, macht die Abwägung nicht leichter, sondern schwerer: Der Gegenwert liegt in den Daten.
Was zu tun ist#
- Maskierung auf die strengste Stufe stellen.
- Erst nach Einwilligung laden.
- Prüfen, ob eine Heatmap den Aufwand überhaupt rechtfertigt — oft beantwortet eine einfache Klickzählung dieselbe Frage.
Wenn es auch ohne gehen soll#
- Klickzählung ohne Aufzeichnung
- Befragung von echten Nutzern
So findest du heraus, ob es auf deiner Seite läuft#
Im Browser Strg+U für den Quelltext, dann Strg+F nach clarity.ms. Ein Treffer genügt.
Das findet allerdings nur, was im ausgelieferten Quelltext steht — nicht, was ein Skript später nachlädt. Vollständig prüft der Datenschutz-Check: er lädt die Seite wie ein Browser und protokolliert jede Verbindung, die dabei entsteht.
Der Punkt, der bei Microsoft Clarity übersehen wird#
Verbreitet sich schnell, weil er nichts kostet — und taucht deshalb auf vielen Seiten auf, deren Datenschutzerklärung ihn nicht kennt.
Dieselbe Frage bei ähnlichen Diensten#
- Google Analytics — Reichweitenmessung
- Google Tag Manager — Verwaltung von Skripten Dritter
- Hotjar — Aufzeichnung von Sitzungen und Heatmaps
- Matomo — Reichweitenmessung
Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine technische Einordnung: Wir messen, was eine Website überträgt, und geben den Stand wieder, soweit er uns bekannt ist. Ob dein Einsatz zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab. Wie die Regeln zusammenhängen und was der Angemessenheitsbeschluss von 2023 geändert hat, steht auf der Übersicht zur Serie.
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