Security

Domainbesitzer herausfinden: was Register hergeben

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Die ehrliche Antwort zuerst: Über eine reine Registerabfrage bekommst du den Namen in aller Regel nicht mehr. Seit der Datenschutz-Grundverordnung geben Registrierstellen die Halterdaten natürlicher Personen nicht mehr öffentlich heraus. Wer trotzdem einen Namen braucht, muss entweder einen anderen Weg nehmen oder einen Antrag stellen.

Beides geht. Es dauert nur unterschiedlich lang.

Was in einer Abfrage heute noch steht#

Die klassische WHOIS-Auskunft wurde inzwischen weitgehend durch RDAP abgelöst — dasselbe in strukturiert und maschinenlesbar. Was beide liefern:

  • Erstellungs- und Änderungsdatum der Registrierung
  • Registrar, also die Stelle, über die sie läuft
  • Nameserver und damit einen Hinweis auf den technischen Betrieb
  • Status der Domain, etwa ob sie gesperrt oder in Übertragung ist

Was fehlt, ist Name und Anschrift. Bei generischen Endungen steht dort meist ein Weiterleitungsdienst, bei .de gibt die DENIC seit 2018 gar keine Halterdaten mehr im öffentlichen Abruf heraus.

Firmen sind die Ausnahme. Für juristische Personen gilt der Schutz personenbezogener Daten nicht in derselben Weise. Bei manchen Endungen steht der Firmenname deshalb weiterhin offen da — ein Versuch kostet nichts.

Der Antrag bei der DENIC#

Für .de gibt es einen geordneten Weg: Die DENIC erteilt Auskunft, wenn ein berechtigtes Interesse dargelegt wird und die Daten für dessen Wahrnehmung erforderlich sind. Das Formular dafür liegt auf ihrer Seite.

Was als berechtigtes Interesse trägt, ist konkret: eine Rechtsverletzung, die man verfolgen will — Markenrecht, Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht —, ein Betrugsfall, eine Forderung. Neugier trägt nicht, und ein Antrag ohne Begründung wird abgelehnt.

Der Weg ist langsam. Für einen laufenden Betrugsfall ist er selten die erste Wahl; für eine Abmahnung oder Klage ist er der richtige.

Der schnellere Weg führt fast immer über das Impressum#

In der Praxis ist die Registerabfrage nicht der kürzeste Weg, sondern der bekannteste. Bei jeder geschäftsmäßigen deutschen oder österreichischen Seite steht die Antwort auf der Seite selbst — die Anbieterkennzeichnung muss Name, Anschrift und bei Unternehmen die Registernummer nennen.

Und diese Angabe ist belastbarer als eine Registerauskunft: Der Domaininhaber kann eine Agentur sein, ein früherer Mitarbeiter oder ein Dienstleister. Wer im Impressum steht, haftet.

Worauf dabei zu achten ist, steht unter Impressum prüfen.

Wenn kein Impressum da ist#

Dann bleiben drei indirekte Spuren, und in Kombination tragen sie überraschend weit:

Die Analyse-Kennung. Google-Analytics- und Tag-Manager-Kennungen gehören zu einem Konto, nicht zu einer Seite. Zwei Auftritte mit derselben Kennung gehören mit hoher Wahrscheinlichkeit demselben Betreiber. Sie steht im Quelltext — wie man ihn liest, steht unter Website-Quellcode anzeigen.

Die Infrastruktur. Server, CMS und Shop-System sagen, mit wem gearbeitet wird. Der Tech-Stack-Checker liest das aus.

Die Vorgeschichte. Ein Webarchiv zeigt frühere Fassungen der Seite, und dort stand oft noch ein Impressum, das inzwischen verschwunden ist. Ebenso die öffentlichen Zertifikatsprotokolle: Jedes ausgestellte TLS-Zertifikat wird protokolliert, samt aller Namen, für die es beantragt wurde.

Die Grenze#

Ein Name ist noch keine Verantwortlichkeit. Eine Gesellschaft im Ausland mit einem Direktor, den es hundertfach gibt, ist rechtlich sauber und praktisch wertlos. Umgekehrt sagt ein Treuhänder im Register nichts Schlechtes: Er ist bei vielen Registraren die Voreinstellung, und ein Privatmensch hat gute Gründe, seine Anschrift nicht öffentlich zu machen.

Aussagekräftig wird es erst im Zusammenspiel — passen Registrierungsdatum, Impressum, Registereintrag und Technik zusammen?

Weiterlesen#

Der Überblick über alle vier Wege steht unter Wem gehört eine Website?. Wie alt eine Domain ist und was das über einen Anbieter sagt, steht unter Wann wurde eine Domain registriert? Und wenn hinter der Frage eigentlich die Sorge steht, ob man der Seite trauen kann: Ist diese Website sicher?