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Wann wurde eine Domain registriert? Vier Datumsangaben

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„Seit über 20 Jahren Ihr Partner" steht im Fußtext, die Domain gibt es seit vier Monaten. Das ist der schnellste Widerspruch, den man bei einem unbekannten Anbieter finden kann — und er kostet eine Minute.

Nur führt der naheliegende Weg nicht überall hin, und das eine Datum, das man findet, ist nicht immer das, was man sucht.

Das Registrierungsdatum#

Eine RDAP- oder WHOIS-Abfrage liefert das Anlagedatum der Domain. Bei generischen Endungen wie .com, .net oder .shop steht es zuverlässig da, oft samt Ablauf- und letztem Änderungsdatum.

Bei .de steht es nicht da. Die DENIC gibt im öffentlichen Abruf kein Erstellungsdatum heraus. Wer für eine deutsche Domain ein Alter braucht, muss auf die indirekten Wege unten ausweichen — das ist der Punkt, an dem die meisten Anleitungen im Netz aufhören, ohne es zu sagen.

Und Vorsicht bei der Deutung: Das Datum sagt, wann die Domain angelegt wurde, nicht, wann der heutige Betreiber sie übernommen hat. Gekaufte Altdomains sind ein eigener Markt. Ein Datum von 2004 unter einem Shop, den es seit einem halben Jahr gibt, ist deshalb kein Beleg für Beständigkeit, sondern eher ein Hinweis darauf, dass jemand für Vertrauen bezahlt hat.

Die drei Daten, die oft mehr sagen#

Der erste Archiveintrag. Webarchive halten Fassungen seit Jahren vor. Wann die Adresse dort zum ersten Mal auftaucht — und vor allem, was dort damals stand —, sagt mehr als jede Registrierung. Ein Shop, der 2019 eine Parkseite war und seit April Möbel verkauft, hat eine Geschichte, die das Registrierungsdatum verschweigt.

Das erste Zertifikat. TLS-Zertifikate werden öffentlich protokolliert. Der älteste Eintrag zu einer Domain markiert ziemlich genau, seit wann sie ernsthaft betrieben wird — denn ohne Zertifikat läuft seit Jahren keine Seite mehr.

Das Datum der Inhalte. Wann wurde der letzte Beitrag veröffentlicht, wann das Impressum zuletzt angefasst? Ein Auftritt, dessen jüngster Inhalt zwei Jahre alt ist, wird nicht mehr gepflegt — unabhängig davon, wie alt die Domain ist.

Wofür das Alter taugt — und wofür nicht#

Es taugt als Widerspruchstest. Behauptetes Alter gegen gemessenes Alter. Wenn beides auseinanderfällt, ist das ein handfester Befund.

Es taugt nicht als Gütesiegel. Eine alte Domain ist nicht seriöser. Sie ist älter. Betrugsseiten laufen regelmäßig auf gekauften Altdomains, gerade weil dieser Fehlschluss so verbreitet ist.

Umgekehrt ist eine junge Domain kein Vorwurf — jedes Unternehmen fängt an. Sie ist nur ein Grund, genauer hinzusehen: Vorkasse als einzige Zahlungsart, fehlendes Impressum, Preise deutlich unter Markt. Das Alter ist ein Baustein, kein Urteil.

Für die eigene Seite#

Bei der eigenen Domain lohnt der Blick aus einem anderen Grund: Das Ablaufdatum ist die unspektakulärste Art, einen Auftritt zu verlieren. Eine nicht verlängerte Domain ist nach der Kulanzfrist frei, und wer sie danach registriert, hat legal alles, was daran hängt — Rankings, Verweise, die Adressen im Mailverkehr.

Zwei Zeilen im Kalender genügen: Verlängerung automatisch, Zahlungsmittel aktuell, und die Erinnerung des Registrars auf eine Adresse, die nicht auf derselben Domain liegt.

Weiterlesen#

Wer nicht das Alter, sondern den Betreiber sucht: Domainbesitzer herausfinden und, für die Übersicht über alle Wege, Wem gehört eine Website? Ob eine Seite darüber hinaus vertrauenswürdig ist, klärt Ist diese Website sicher?