Wie sieht Google meine Seite? Drei Ansichten
Die Frage klingt nach einer Antwort, hat aber drei. **Was Google abruft, was Google rendert und was im Index steht, sind drei verschiedene Zustände** — und die meisten Probleme entstehen zwischen zweien davon.
Ansicht 1: Was abgerufen wird#
Das ist das rohe HTML, so wie es der Server ausliefert — ohne JavaScript, ohne Bilder, ohne Nachladungen. Genau das sieht ein Crawler zuerst.
Selbst nachsehen lässt sich das mit Strg+U (siehe Website-Quellcode anzeigen). Der Test, auf den es ankommt: Steht der eigentliche Inhalt schon dort? Bei einer Seite, die ihre Texte erst im Browser zusammensetzt, ist der Quelltext fast leer. Das ist nicht automatisch ein Fehler, aber es verschiebt alles auf die zweite Stufe.
Ebenso wichtig ist die Antwort vor dem HTML: Statuscode 200 oder eine Weiterleitung? Eine Kette aus mehreren Sprüngen kostet bei jedem Sprung, und ab einer gewissen Länge folgt ihr niemand mehr.
Ansicht 2: Was gerendert wird#
Google führt JavaScript aus — aber nicht sofort und nicht unbegrenzt. Zwischen dem ersten Abruf und dem Rendern liegt eine Warteschlange, und Inhalte, die erst nach einer Interaktion erscheinen, sieht der Crawler gar nicht.
Die verlässliche Prüfung dafür ist die URL-Prüfung der Search Console. Sie zeigt das gerenderte HTML und einen Screenshot dessen, was Google tatsächlich zu sehen bekommt. Ein häufiger Befund: Der Inhalt ist da, aber ein Einwilligungsbanner liegt darüber, und der Screenshot zeigt nur das Banner.
Ohne Search Console geht es näherungsweise auch: JavaScript im Browser abschalten und die Seite neu laden. Was dann fehlt, hängt vollständig am Rendern.
Ansicht 3: Was im Index steht#
Der Index ist das Ergebnis, nicht der Abruf. Was dort steht, kann Tage alt sein.
Nachsehen mit site:beispiel.de in der Suche — das zeigt ungefähr, was aufgenommen wurde. Ungefähr ist wörtlich zu nehmen: Die Trefferzahl ist eine Schätzung und schwankt. Für eine einzelne Adresse ist die URL-Prüfung genauer.
Wie man das systematisch prüft, steht unter Warum Google deine Seiten nicht indexiert.
Die drei häufigsten Abweichungen#
Abgerufen, aber nicht gerendert. Der Inhalt kommt per JavaScript, und im Index steht eine leere Seite. Erkennbar daran, dass die URL-Prüfung ein anderes HTML zeigt als der Quelltext.
Gerendert, aber nicht indexiert. Das ist kein technisches Problem, sondern ein Urteil. Google hat gelesen und sich dagegen entschieden — meist, weil der Beitrag austauschbar ist oder die Domain für das Thema nicht steht.
Indexiert, aber falsch dargestellt. Titel und Beschreibung in den Suchergebnissen stammen nicht zwingend aus deinen Meta-Angaben. Google ersetzt sie, wenn es meint, etwas Passenderes gefunden zu haben. Dagegen hilft kein Schalter, sondern nur ein Titel, der zur Suche passt.
Der Unterschied, der am meisten Zeit spart#
„Nicht bei Google" heißt entweder „nicht im Index" oder „im Index, aber weit hinten". Das sind zwei völlig verschiedene Probleme, und sie werden ständig verwechselt.
Die Unterscheidung dauert zehn Sekunden: Die Adresse in Anführungszeichen suchen. Kommt sie, ist sie im Index — dann ist es kein Indexierungs-, sondern ein Rankingproblem, und dafür gilt Warum rankt meine Seite nicht?
Kommt sie nicht, ist es tatsächlich die Indexierung. Was ein technischer Check dazu beitragen kann und was nicht, steht unter Website kostenlos analysieren.