Warum Google deine Seiten nicht indexiert — die vier Ursachen unterscheiden
Deine Seiten stehen online, die Sitemap ist eingereicht, und in der Google Suche taucht nichts auf. Der Bericht „Seitenindexierung" nennt eine Handvoll Gründe, die alle gleich klingen.
Sie sind es nicht. Hinter den vier häufigsten Meldungen stecken vier verschiedene Probleme, und drei davon lassen sich durch „Indexierung beantragen" nicht lösen. Wer das verwechselt, klickt wochenlang auf einen Knopf, der nichts bewirkt.
„Gefunden – zurzeit nicht indexiert"#
Was es heißt: Google kennt die Adresse, hat die Seite aber nie abgerufen. Sie steht in der Warteschlange, und die Warteschlange ist lang.
Woran es liegt: an der Priorität, die deine Domain hat. Google crawlt nicht alles, was es kennt, sondern das, wofür sich der Abruf lohnt. Bei jungen Domains ohne eingehende Verweise ist dieses Budget klein.
Was hilft: Auffindbarkeit. Eine funktionierende Sitemap, die tatsächlich eingereicht ist — und zwar die aktuelle. Interne Verweise von den Seiten, die Google bereits regelmäßig besucht. Und hier wirkt „Indexierung beantragen" tatsächlich, weil die Seite dadurch in eine bevorzugte Warteschlange rutscht.
Was nicht hilft: den Text zu ändern. Google hat ihn nie gelesen.
„Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert"#
Was es heißt: Google hat die Seite abgerufen, gelesen und sich dagegen entschieden.
Das ist die unbequemste der vier Meldungen, weil sie ein Urteil ist und keine Warteschlange. Und sie ist die, bei der am häufigsten das Falsche getan wird: Wer hier erneut die Indexierung beantragt, schickt dieselbe Seite noch einmal an jemanden, der sie bereits abgelehnt hat.
Woran es liegt — in dieser Reihenfolge:
Die Domain steht für nichts Bestimmtes. Wenn ein Auftritt Beiträge über Programmiersprachen, WordPress-Umzüge, Growth Hacking und Datenschutz mischt, ist für Google nicht erkennbar, wofür er die verlässliche Quelle sein soll. Ein junger Auftritt bekommt kein Vertrauen für alles gleichzeitig.
Der Beitrag ist austauschbar. Nicht schlecht — austauschbar. Ein Text über ein Standardthema, den es tausendfach gibt, muss einen Grund liefern, ausgerechnet diesen zu nehmen. Eigene Messwerte, eigene Erfahrung, ein Werkzeug daneben.
Es fehlen externe Signale. Ohne einen einzigen Verweis von außen bewertet Google konservativ, und konservativ heißt: nicht aufnehmen.
Was hilft: eine echte Änderung. Dünne Beiträge zu einem starken zusammenlegen. Themen ausdünnen, die nicht zum Kern gehören — auf noindex setzen kostet nichts, solange die Seiten ohnehin nicht ranken. Und dem Rest etwas mitgeben, das nur bei dir steht.
„Duplikat – Google hat eine andere Seite als kanonisch bestimmt"#
Was es heißt: Google hält eine andere Adresse für das Original.
Woran es liegt: Meist an derselben Seite unter mehreren Adressen. Mit und ohne www. Mit und ohne Schrägstrich. Unter einer Subdomain und im Unterverzeichnis. Mit Parametern für Filter oder Kampagnen.
Besonders häufig nach einem Umzug: Der alte Auftritt läuft noch, der neue steht schon, beide sind erreichbar — und Google entscheidet sich für den mit der längeren Geschichte.
Was hilft: Eindeutigkeit. Ein canonical auf jeder Seite, das auf sich selbst zeigt. Eine 301-Weiterleitung von jeder Zweitadresse auf das Original. Interne Verweise ausschließlich auf die kanonische Fassung — es hilft wenig, per canonical auf www zu zeigen und dann in hundert Beiträgen die Subdomain zu verlinken.
Der Prüfschritt, den fast alle auslassen: Ruf deine Startseite in allen vier Schreibweisen auf. Drei davon sollten mit 301 auf die vierte zeigen. Der SEO-Audit prüft das mit.
„Durch ‚noindex'-Tag ausgeschlossen"#
Was es heißt: Die Seite sagt Google selbst, dass sie nicht in den Index soll.
Woran es liegt: Entweder ist das gewollt — bei Dankeseiten, internen Übersichten, ausgedünnten Altbeständen. Oder es ist ein Unfall: Ein noindex, das aus der Entwicklungsphase stehen geblieben ist, ist einer der teuersten stillen Fehler überhaupt. Er kostet nichts an Sichtbarkeit, bis jemand nachsieht.
Der zweite Unfall ist die Kombination aus noindex und einer Sperre in der robots.txt. Was der Crawler nicht abrufen darf, kann er auch nicht lesen — er sieht das noindex nie und nimmt die Adresse trotzdem auf, nur ohne Inhalt. Erst crawlen lassen, dann nicht indexieren, in dieser Reihenfolge.
Die Reihenfolge, in der man vorgeht#
- Zuerst technisch prüfen. Liefert die Seite eine 200? Steht ein ungewolltes
noindexdrin? Zeigt dascanonicalauf sich selbst? Ist die richtige Sitemap eingereicht — und antwortet sie überhaupt noch? Alte Sitemaps aus einer früheren Installation, die inzwischen 404 liefern, sind ein verbreiteter blinder Fleck. - Dann die Meldung lesen und einordnen. Gefunden oder gecrawlt? Das ist die Weiche.
- Bei „gefunden" die Auffindbarkeit verbessern und einzeln beantragen — aber mit Maß. Das Tageskontingent für Einzelanträge ist klein und gilt für alle Properties eines Kontos zusammen, nicht je Domain.
- Bei „gecrawlt" die Substanz verbessern. Alles andere ist Beschäftigung.
Und die Geduld, die dazugehört#
Nichts davon wirkt in Tagen. Ein neu eingereichte Sitemap wird verarbeitet, nicht sofort gelesen. Ein noindex verschwindet erst aus dem Bericht, wenn Google die Seite wieder besucht. Und eine Domain, die kein Vertrauen hat, bekommt es nicht durch einen Klick.
Was in dieser Zeit hilft: messen, was zählt. Nicht veröffentlichte Seiten, sondern indexierte. Die erste Zahl steigt mit jedem Beitrag, die zweite nur, wenn du etwas richtig machst.