Tote Links finden: intern, extern und die stillen
Ein toter Link ist ein Verweis, der ins Leere zeigt. Drei Sorten muss man unterscheiden, denn sie werden verschieden gefunden und verschieden behandelt — und eine davon meldet kein Werkzeug.
Sorte 1: Interne Verweise#
Verweise von einer eigenen Seite auf eine andere eigene Seite, die es nicht mehr gibt.
Am häufigsten nach einem Umzug, nach einer Umbenennung oder wenn jemand einen Beitrag gelöscht hat, ohne nachzusehen, wer darauf zeigte.
Gefunden werden sie mit jedem Crawler, der die Seite durchgeht und die Antwortcodes protokolliert. Die Search Console meldet sie unter „Seitenindexierung" als „Nicht gefunden (404)" samt der Seiten, die verweisen.
Sie sind die wichtigsten, weil sie vollständig in der eigenen Hand liegen und weil sie Besucher mitten im Text ausbremsen.
Sorte 2: Externe Verweise#
Verweise auf fremde Seiten, die es nicht mehr gibt. Bei einem älteren Bestand sind das erstaunlich viele — Quellen verschwinden, Firmen schließen, Domains wechseln.
Sie sind weniger dringend, aber ein Ratgeber, der auf drei tote Quellen verweist, verliert an Glaubwürdigkeit. Und ein besonderer Fall lohnt Aufmerksamkeit: Wenn eine verlinkte Domain frei wird und jemand sie neu registriert, zeigt dein Verweis plötzlich auf etwas völlig anderes. Das ist keine Theorie, sondern ein verbreitetes Geschäftsmodell.
Sorte 3: Die stillen — und die sind das eigentliche Problem#
Ein Verweis, der auf eine Weiterleitung zeigt, die auf der Startseite endet, liefert keinen Fehler. Er antwortet mit 200. Kein Prüfwerkzeug schlägt an. Für den Leser ist er trotzdem kaputt: Er wollte auf eine bestimmte Seite und landet auf der Titelseite.
Genau das passiert nach vielen Umzügen, wenn jemand eine pauschale Regel eingerichtet hat: alles, was nicht mehr existiert, geht auf /. Das sieht ordentlich aus und ist eine flächendeckende Enttäuschung.
Dazu kommen zwei weitere Stille:
- Weiterleitungsketten. A auf B auf C. Jeder Sprung kostet Zeit, und ab einer gewissen Länge folgt niemand mehr.
- Sprungmarken ins Leere.
#abschnitt-3gibt es nicht mehr, die Seite lädt trotzdem — nur eben am Anfang.
Diese drei findet man nur, indem man die Weiterleitungsziele mitprotokolliert und nach Verweisen sucht, die alle auf derselben Adresse landen.
Wie man sucht#
Von innen: Ein Crawler geht die Seite durch und protokolliert je Verweis den Antwortcode — und, wenn er etwas taugt, das Endziel nach allen Weiterleitungen. Der SEO-Audit prüft Statuscodes und Antwortverhalten je Seite.
Von außen: Die Search Console kennt die 404er, die Google tatsächlich abgerufen hat. Das ist eine kleinere Liste, aber es ist die, die zählt.
Im Protokoll: Alle Anfragen mit Antwortcode 404, absteigend nach Häufigkeit sortiert. Damit hat man die kaputten Adressen in der Reihenfolge, in der sie wehtun.
Was zu tun ist#
Gibt es einen Ersatz? 301 auf die passende neue Seite. Nicht auf die Startseite — siehe oben.
Gibt es keinen? 404 oder 410 stehen lassen. Eine gelöschte Seite darf verschwinden; ein 404 ist kein Fehler, sondern eine Auskunft.
Interne Verweise korrigieren, statt sie über Weiterleitungen laufen zu lassen. Eine Weiterleitung ist eine Notlösung für fremde Verweise, keine Dauerlösung für eigene.
Und externe Verweise gelegentlich stichprobenartig ansehen — nicht nur auf den Statuscode, sondern darauf, ob dort noch steht, was dort stand.
Verwandt#
Wer auf dich verlinkt und ob diese Verweise noch ankommen: Wer verlinkt auf meine Website? Was ein automatischer Check sonst noch leistet: Website kostenlos analysieren.