Cookie-Banner kostenlos: vier Wege
Ein Cookie-Banner kostet nichts, wenn man weiß, worauf man verzichtet. Die kostenlosen Fassungen unterscheiden sich nicht in der Optik, sondern in einer einzigen technischen Fähigkeit — und die entscheidet, ob der Banner seinen Zweck überhaupt erfüllt.
Die Funktion, auf die es ankommt#
Ein Banner muss die Skripte blockieren, bis jemand zustimmt. Nicht ausblenden, nicht später abschalten — vorher nicht laden.
Das klingt selbstverständlich und ist es nicht. Viele einfache Lösungen zeigen einen Hinweis an, während Google Analytics, das eingebettete Video und der Chat längst geladen sind und die IP-Adresse übertragen haben. Ein solcher Banner ist keine Einwilligung, sondern eine Ansage.
Danach sortiert sich das Feld, nicht nach Preis:
Die vier Wege#
Real Cookie Banner, kostenlose Fassung. Blockiert vorab und bringt eine Liste vorkonfigurierter Dienste mit. Die Gratis-Version deckt eine begrenzte Zahl von Diensten ab; wer mehr einbindet, stößt an die Grenze. Für eine typische Firmenseite reicht sie oft.
Complianz, kostenlose Fassung. Führt durch einen Fragebogen und erzeugt daraus Banner und Texte. Das Blockieren funktioniert, die Feinsteuerung einzelner Dienste ist in der Gratis-Fassung eingeschränkt.
Klaro. Quelloffen, kein Konto, keine Grenze — dafür konfigurierst du jeden Dienst selbst in einer Datei. Das ist der ehrlichste Weg für alle, die wissen, was auf ihrer Seite läuft, und der unbequemste für alle anderen.
Selbst gebaut. Möglich, und für eine Seite mit zwei Diensten manchmal richtig. Der Aufwand steckt nicht im Banner, sondern in der Protokollierung: Du musst nachweisen können, wer wann welcher Fassung zugestimmt hat.
Was „kostenlos" tatsächlich kostet#
Die Zahl der Dienste. Fast alle Gratis-Fassungen begrenzen sie. Wer Analytics, Video, Karte, Schriften und Chat einbindet, ist schnell darüber.
Die Protokollierung. Der Nachweis, dass eine Einwilligung erteilt wurde, ist in den kostenlosen Fassungen oft rudimentär oder fehlt. Solange niemand fragt, merkt man es nicht.
Die Pflege. Ein Dienst, den du nächstes Jahr einbindest, taucht nicht von selbst im Banner auf. Bei den bezahlten Fassungen gibt es dafür eine Erkennung, bei den kostenlosen prüfst du selbst.
Die eigene Zeit. Klaro ist umsonst und kostet einen Abend. Ob das günstiger ist als sechzig Euro im Jahr, hängt davon ab, was deine Abende wert sind.
Der billigste Banner ist der kleinste#
Bevor du dich für ein Werkzeug entscheidest, lohnt der Blick auf die Liste, die es verwalten soll. Jeder Dienst, den du abstellst, macht den Banner kleiner und die Entscheidung für den Besucher leichter — und viele lassen sich abstellen, ohne dass die Seite etwas verliert:
- Schriften lokal ausliefern statt von fremden Servern.
- Karten durch ein Bild mit Link ersetzen, wo niemand hineinzoomt.
- Videos erst auf Klick laden.
Was danach übrig bleibt, passt bei den meisten Seiten in jede kostenlose Fassung. Welcher Dienst welche Frage aufwirft, steht einzeln in unserer Übersicht zur DSGVO-Serie.
Bevor du dich entscheidest: nachsehen#
Welche Dienste deine Seite lädt — und vor allem, wann sie das tun — beantwortet der Datenschutz-Check. Er lädt die Seite wie ein Browser und protokolliert jede Verbindung. Ein Banner, unter dem schon vor der Zustimmung Verbindungen entstehen, fällt dort sofort auf.
Die rechtliche Seite der Frage steht in Cookie-Banner: wann er Pflicht ist und wann nicht; für WordPress im Besonderen gibt es Cookie-Banner für WordPress.
Der ehrliche Schluss#
Wir haben diese vier Wege nicht über Monate nebeneinander betrieben. Was hier steht, ordnet ein, welches Werkzeug welches Problem löst — die Funktionsumfänge der kostenlosen Fassungen ändern sich mit jeder Version, und der Stand gehört vor dem Einsatz geprüft.
Und das ist keine Rechtsberatung. Ob ein Banner in deinem Fall ausreicht, hängt davon ab, was auf deiner Seite läuft — nicht davon, welches Plugin du installiert hast.
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