SEO

Der Canonical-Tag im HTML: was er tut und was nicht

· 3 Min. Lesezeit

Eine Zeile, im <head>:

``html <link rel="canonical" href="https://www.beispiel.de/seite/"> ``

Sie sagt Google: Wenn es diesen Inhalt unter mehreren Adressen gibt, ist das hier die maßgebliche. Alles, was daran schiefgehen kann, geht an dieser einen Zeile schief.

Was sie tut#

Google entscheidet bei ähnlichen oder gleichen Inhalten selbst, welche Adresse in den Index kommt und welche als Dublette gilt. Die kanonische Adresse bündelt dann die Signale — vor allem die eingehenden Verweise.

Der Canonical-Tag ist an dieser Entscheidung beteiligt, aber er entscheidet nicht. Google nennt ihn ausdrücklich ein Signal, kein Kommando.

Was Google in deinem Fall tatsächlich gewählt hat, siehst du in der URL-Prüfung der Search Console: Dort stehen zwei Zeilen nebeneinander — „vom Nutzer angegebenes Canonical" und „von Google ausgewähltes Canonical". Gehen sie auseinander, hat Google deinen Vorschlag verworfen, und dann ist das die eigentliche Nachricht.

Wo er hingehört#

In den <head>, nicht in den <body>. Ein Canonical im Body wird ignoriert. Das passiert öfter als gedacht, weil manche Baukästen Inhalte einfügen, die den Head vorzeitig schließen.

Absolut, nicht relativ. href="/seite/" funktioniert zwar in der Theorie, ist aber die zuverlässigste Art, sich bei Protokoll- oder Hostwechseln selbst zu schaden. Vollständige Adresse mit Protokoll und Host.

Genau einmal. Zwei Canonical-Angaben auf einer Seite heben sich gegenseitig auf — Google ignoriert dann beide. Der Klassiker bei WordPress: zwei SEO-Plugins nebeneinander, beide schreiben ihre eigene Zeile.

Es gibt ihn außerdem als HTTP-Kopfzeile (Link: <...>; rel="canonical"). Die braucht man für Dateien ohne HTML — ein PDF etwa —, und sie steht im Rang über dem Tag im Markup.

Die fünf Fehler#

1. Canonical auf die Startseite. Jede Unterseite verweist auf /. Dann sagt die Seite: Ich bin nur eine Kopie der Startseite. Google glaubt das gelegentlich, und dann verschwindet der halbe Auftritt aus dem Index. Fast immer eine falsche Vorlage oder ein falsch verstandener Plugin-Schalter.

2. Canonical zeigt auf eine Adresse mit noindex. Zwei einander widersprechende Anweisungen: „Das ist das Original" und „Das Original bitte nicht aufnehmen". Das Ergebnis ist unvorhersehbar, und keine der Varianten ist gut.

3. Canonical zeigt auf eine Weiterleitung. Die kanonische Adresse sollte mit 200 antworten. Zeigt sie auf eine 301, hat man eine Kette gebaut, an deren Ende Google selbst entscheidet.

4. Paginierung falsch kanonisiert. Seite 2 einer Übersicht mit Canonical auf Seite 1: Dann sind die Inhalte von Seite 2 aus Googles Sicht nicht vorhanden. Jede Seite der Reihe ist ihr eigenes Original.

5. Falscher Host oder falsches Protokoll. http statt https, mit www statt ohne. Das ist die Sorte Fehler, die nach einem Umzug entsteht und monatelang niemandem auffällt.

Selbstverweis: ja#

Eine Seite, die sich selbst als kanonisch nennt, ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall. Der Selbstverweis schützt vor Adressvarianten, die du nicht kennst — angehängte Kampagnenparameter etwa, oder Sitzungskennungen. Ohne ihn kann jede solche Variante eine eigene Dublette werden.

Was er nicht ersetzt#

Keine Weiterleitung. Wenn eine Adresse dauerhaft weg ist, gehört dorthin eine 301, kein Canonical. Der Canonical-Tag ist für Fälle, in denen beide Adressen erreichbar bleiben sollen.

Kein noindex. Er hält nichts aus dem Index; er bündelt.

Keine Steuerung des Crawlings. Google ruft die als Dublette erkannten Adressen weiter ab. Was das Crawling steuert, ist die robots.txt — und die verhindert dann allerdings, dass der Canonical-Tag überhaupt gelesen wird, siehe Durch robots.txt blockiert.

Der Zwei-Minuten-Test#

Auf einer beliebigen Unterseite den Quelltext ansehen und nach canonical suchen. Drei Fragen:

  • Steht sie genau einmal da?
  • Zeigt sie auf diese Seite, mit demselben Protokoll und demselben Host?
  • Antwortet die genannte Adresse mit 200?

Dreimal ja, und die häufigsten Fälle sind erledigt. Den Rest über den ganzen Auftritt findet der SEO-Audit.