Miro im Unternehmen und die DSGVO
Mit Vertrag und Regelung einzusetzen. Ein Miro-Board sieht aus wie eine Tafel und ist eine Datenbank. Was darauf steht, bleibt dort — auch die Namen auf den Haftzetteln.
- Anbieter: RealtimeBoard, Inc., USA, tritt als Miro auf
- Zweck: Whiteboard und Zusammenarbeit
- Verarbeitung in: USA; für zahlende Tarife ist eine Speicherung in der EU wählbar
- Eingaben fürs Training: Miro bietet KI-Funktionen im Produkt an. Ob Board-Inhalte dafür verwendet werden, ist eine Einstellung auf Organisationsebene. Sie gehört gesetzt, bevor das erste Board mit echten Daten entsteht — danach ist sie eine Aufräumaktion.
Welche Daten dort landen#
- alles, was auf ein Board geschrieben oder hochgeladen wird
- Konto- und Nutzungsdaten aller Beteiligten
- wer wann welches Element angelegt, verschoben oder gelöscht hat
Auftragsverarbeitung mit Vertrag. Für Board-Inhalte mit Personenbezug — Retrospektiven, Bewertungen, Namenslisten — ist zusätzlich zu klären, ob sie dort überhaupt hingehören. Das ist keine Vertragsfrage, sondern eine Zweckfrage.
Der Vertrag mit dem Anbieter#
Miro stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit. Er gilt für die kostenpflichtigen Tarife — das kostenlose Konto ist für personenbezogene Daten kein geeigneter Ort, auch nicht für einen Nachmittag.
Was der Betriebsrat damit zu tun hat#
Ja, spätestens sobald Boards für Retrospektiven oder Bewertungen genutzt werden. Die Aktivitätsprotokolle machen nachvollziehbar, wer was beigetragen hat und wer nichts.
Was zu tun ist#
- Zahlender Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag und EU-Speicherung.
- Die KI-Einstellung auf Organisationsebene setzen, bevor Boards entstehen.
- Boards mit Personenbezug befristen und tatsächlich löschen — ein archiviertes Board ist kein gelöschtes.
- Öffentliche Board-Links vermeiden; sie sind ohne Anmeldung lesbar und werden in Tickets und Chats weitergereicht.
Wenn es auch anders gehen soll#
- Excalidraw, auch selbst gehostet
- Nextcloud Whiteboard
- Conceptboard, deutscher Anbieter
- FigJam, wenn Figma ohnehin im Haus ist
Der Punkt, der bei Miro übersehen wird#
Retrospektiven sind der Fall, den vorher niemand bedenkt. Dort steht regelmäßig, wer was falsch gemacht hat — unter Klarnamen, dauerhaft, und für alle im Board sichtbar, auch für die, die zwei Jahre später dazukommen.
Dieselbe Frage bei ähnlichen Werkzeugen#
- Notion — Dokumente, Wissensdatenbank, Projektverwaltung
Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Einordnung: Wir geben den Stand wieder, soweit er uns bekannt ist. Ob dein Einsatz zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab — und bei Beschäftigtendaten zusätzlich von dem, was in deinem Haus vereinbart ist. Wie die Regeln zusammenhängen, steht auf der Übersicht zur Serie.
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